Was für eine knappe Wahl!
Der Bundeshorst, er darf nochmal!
Ich sitz im Zimmer, lese Goethe.
Nebenan spielt jemand Flöte.
Und direkt gleich über mir
spielt einer schlecht auf dem Klavier.
Draußen auf dem Gang
hör ich schiefen Altgesang.
Unter mir, ich wette,
pustet man die Klarinette.
Im Nachbarhaus spielt man Trompete.
Meiers ham Geburtstagsfete.
Im fünften Stock zupft man die Harfe
und singt die Kinder in den Schlafe.
Von der Straße tönt eine Geige.
Dem Geiger geht das Geld zuneige.
Hinten vor den Speisekammern
hör ich meine Katze jammern.
Und auch zu dieser Stunde
jaulen draußen noch die Hunde ...
Knister, knister, knitter.
Was raschelt da im Weihnachtsglitter?
Die Gattin zupft am Zellophan
von dem Paket, das für die kam.
Am Heilgen Abend kams per Bote
Absender: unsere Mischpoke.
Ritschratsch das Zellophan zerrupft:
„Oh Duschgel! Oh mit Honigduft!“
Weil sie testen will den Duft,
wird das Deckelchen gelupft.
Geduldige Ehemänner wissen,
dass Frauen immer riechen müssen.
Die Nase übers Loch gehalten
lässt die Gattin Kräfte walten
an des Packungs Außenhülle
auf das ein Duft die Nase fülle.
Und jetzt, der Leser ahnt es schon,
entläd sich eine Großportion
von dem honigduften Gele
in die Nasennebenhöhle.
Das Lachen muss ich mir verkneifen
Die Gattin faucht und ist am keifen.
Dann macht sie ihrem Ärger Luft
und brüllt „so ein scheiß Honigduft.“
Die Moral von der Geschicht:
Ne Duschgelpackung drückt man nicht.
Das gilt ganz besonders dann,
wenn die Nase zu dicht dran.